Zeckenschutzimpfung - Ja oder nein?
Impfung gegen Zecken - Pro & Contra
Bei der wichtigen Frage,
ob eine Zeckenschutzimpfung für
Erwachsene und Kinder angeraten ist
oder nicht, spielen mehrere Faktoren
eine Rolle. Wichtig ist insbesondere
der Wohn- oder Urlaubsort. Von den
beiden bekannten Krankheiten, die
durch Zeckenbisse übertragen
werden können, kann beim Menschen
alleine die Infektionsgefahr einer
Frühsommer-Hirnhautentzündung
mittels einer entsprechenden FSME-Schutzimpfung
vermieden werden.
Die FSME Impfung
Wohnt man in einem Risikogebiet
für Zecken, kann eine aktive
FSME Impfung eventuell
angebracht sein. Empfohlen wird sie
allen Erwachsenen sowie Kindern ab
sechs Jahren, die in Risikogebieten
wohnen oder sich dort zeitweise, zum
Beispiel im Urlaub, aufhalten. Die
reguläre Impfung wird in drei
Terminen durchgeführt; hierbei
finden die beiden ersten in einem
Abstand von einem bis maximal drei
Monaten statt. Die letzte schließt
sich daran etwa fünf bis zwölf
Monate später an. Der Impfschutz
hält drei Jahre. Eine passive
Impfung (nach einem Zeckenbiss) ist
jedoch nicht verfügbar.
Ist der Entschluss
zu einer kurzfristigen Reise in ein
Risikogebiet erfolgt, kann man sich
durch eine FSME Schnellimmunisierung
schützen. Diese erfolgt
innerhalb eines Zeitraumes von ein
bis zwei Monaten. Sie bietet einen
im allgemeinen als ausreichend angesehenen
Impfschutz, nicht jedoch die Langzeitwirkung.
Die Impfung erfolgt derart, dass dem
Körper abgetötete FSME-Viren
zugeführt werden. Daraufhin produziert
er die erforderlichen Antikörper,
so dass bei einem tatsächlichen
Eindringen von FSME-Viren als Folge
eines Zeckenbisses diese erkannt und
unschädlich gemacht werden können.
Wichtige Fakten:
- Selbst in den Risikogebieten
Deutschlands ist die Chance einer
Ansteckung bzw. einer FSME Erkrankung
sehr gering. Sie liegt gerade einmal
bei etwa 1 : 5000.
- Lassen Sie sich nicht durch Horrorszenarien,
wie sie von der Pharmamaindustrie
in den Medien verbreitet werden,
beeinflussen, da diese primär
ihren Impfstoff verkaufen will und
deshalb dazu neigt, das Zeckenproblem
unnötig zu dramatisieren.
- Ergänzend wird von den Herstellern
allzu gerne verschwiegen, dass eine
FSME-Schutzimpfung unter Umständen
schwerste Nebenwirkungen mit sich
bringen kann.
- Zudem ist eine FSME Schutzimpfung
ist kein Erfolgsgarant für
eine Vermeidung von FSME, sondern
sie stellt lediglich eine Schutzmaßnahme
dar.
Mögliche Nebenwirkungen:
- Leichte: Vereinzelt
können leichte Rötungen
oder Schwellungen an der Impfstelle
auftreten.
Ebenso ist leichtes Fieber möglich.
Diese Nebenwirkungen treten im Normallfall
nur für kurze Zeit auf.
- Schwere: In
seltenen Fällen können
aber auch schwere Nebenwirkungen
(z. B. irreparable neurologische
Schädigungen) auftreten, die
einen geimpften Menschen sogar zum
Pflegefall werden lassen können.
Deshalb sollte man Kinder unter
sechs Jahren überhaupt nicht
gegen FSME impfen lassen, zumal
die Chancen, dass diese an einer
FSME erkranken, ziemlich gering
sind - und wenn doch, diese zumeist
glimpflich (ähnlich einer Grippe)
verläuft.
- Bevor man sich impfen
lässt, sollte man
eventuell einmal einen Blick auf
die sehr hilfreiche und informative
Website impfschaden.info
werfen. Unter impfschaden.info/impfreaktionen_FSME.htm
findet man alle dort
protokollierten Fälle an Nebenwirkungen
und negativen Erfahrungen nach erfolgter
FSME Schutzimfpung.
Soll ich mich
nun impfen lassen?
Diese Entscheidung bleibt
jedem selbst überlassen. Fakt ist:
Als Risikogebiet gilt in der Bundesrepublik
derzeit nur Süddeutschland. Bundesbürger
aus nördlicheren Bundesländern
sollten mögliche Nebenwirkungen
und Risiken also genaustens studieren
und erst dann abwägen.
Zahlt die Krankenkasse?
In der Regel bezahlt
die gesetzliche
Krankenversicherung die FSME-Schutzimpfung,
es sind aber auch Fälle von Kassen
bekannt, in denen die Kosten nicht getragen
wurden. Am besten sollten Sie vor der
Impfung bei der Krankenkasse nachfragen.
Borreliose Impfung?
Die Borreliose kann
beim Menschen derzeit noch nicht durch
eine Impfung verhindert werden, obwohl
sie häufiger als die Hirnhautentzündung
(Frühsommer-Meningoenzephalitis
/ FSME) auftritt. An der Entwicklung
eines Impfstoffes gegen Borreliose
wird geforscht. Borreliose ist mit
Medikamenten gut zu behandeln; da
bei dieser Erkran- kung jedoch Fehldiagnosen
häufig sind, wird die erforderliche
Therapie mitunter zu spät eingeleitet.
Für Hunde
gibt es seit einigen Jahren einen
Impfstoff gegen die Borreliose. Die
Im- pfung wird beispielsweise von
der Agila-Hundekrankenversicherung
übernommen.
Gefährdete Gebiete
In Deutschland sind vor
allem süddeutsche Gebiete vom Vorkommen
der durch Zecken übertragbaren
FSME betroffen. Außerhalb Süddeutschlands
kommt die Krankheit noch in Teilen Mecklenburg-Vorpommerns
vor. Im Süden Europas sind Teile
Österreichs und der Schweiz Risikogebiete;
ebenso Teile Ungarns, Bulgariens und
Rumäniens. In Skandinavien ist
lediglich ein kleines Gebiet in Südostschweden
betroffen. Im Nordosten Europas ist
Polen teilweise Risikogebiet; die drei
baltischen Staaten Litauen, Lettland
und Estland sind es zur Gänze.
Ebenso sind Weißrussland und Russland
betroffen; in der Ukraine gilt dies
besonders für die westlichen Landesteile.
Es ist zu erwarten, dass die Risikogebiete
sich weiter ausbreiten; viele Biologen
sehen einen Zusammenhang mit der durch
CO2
verursachten Erderwärmung.
Wenn ein vergangener
Winter sehr milde war, überleben
zumeist überdurchschnittlich viele
Zecken. Somit leben auch mehr infizierte
Zecken als in einem durchschnittlichen
Sommer. Je mehr Zecken vorhanden sind,
um so größer ist die statistische
Gefahr, gebissen zu werden. Wer weiter
weg verreist (z. B. in tropische Länder),
der sollte sich zudem mit einer unbedingt
notwendigen Malaria-Schutzimpfung
wappnen.
Wo lauern die Gefahren?
Wer sich fast nie im Wald
oder einem Garten aufhält, ist
nur wenig in Gefahr, von einer Zecke
gebissen zu werden. Ganz geschützt
ist er auch nicht, denn beim Radfahren
kann das Bein mal ein wenig Gras streifen
- und dass genau auf dem gestreiften
Grashalm eine Zecke lauert, ist zwar
unwahrscheinlich, aber nicht absolut
auszuschließen. Wer aber im Wald
arbeitet oder gerne im Wald spazierengeht,
hat ein erhöhtes Risiko, von einer
Zecke gebissen zu werden. Die gleiche
Gefahr besteht auch im eigenen Garten.
Zecken lauern nicht, wie mitunter noch
vermutet wird, auf Bäumen, sondern
auf Grashalmen oder Pflanzen. Der Rasen
im Freibad ist zwar durchaus geeignet,
um sich eine Zecke einzufangen. Da diese
sich aber nicht sofort festbeißt,
sondern zunächst auf der Suche
nach einer idealen Bissstelle auf der
Haut herumkrabbelt, wird sie im Wasserbecken
oder unter der Dusche abgewaschen, ehe
sie zugebissen hat.
Es gibt durchaus Krankheiten, welche
die Gefahr eines Zeckenbisses erhöhen.
Wer an Morbus Crohn oder Colitis Ulcerosa
erkrankt ist, muss häufiger "im
Gebüsch verschwinden" als
der Durchschnitts-Waldspaziergänger.
Damit steigt das Risiko eines Zeckenbisses
signifant.
Alternativen zur Zeckenimpfung
Es gibt Möglichkeiten,
die Wahrscheinlichkeit eines Zeckenbisses
zu verringern. Der Rat, den Weg nicht
zu verlassen, ist für Pilz- und
Beerensammler oder bei der Verrichtung
dringender menschlicher Bedürfnisse
nicht immer befolgbar.
Zeckenschutzspray hält
mit einer großen Wirksamkeit Zecken
von der Haut fern. Soviel Haut wie möglich
mit Kleidung zu bedecken, ist zum einen
nicht hundertprozentig wirksam, da Zecken
auch unter die Kleidung krabbeln können
und zum anderen macht ein Sommerspaziergang
mit übermäßiger Bekleidung
nur begrenzt Spaß. Das sorgfältige
Absuchen nach Zecken hilft, solange
sie sich noch nicht festgebissen haben.
Die Anwendung von Alternativen ist in
Deutschland derzeit teilweise erforderlich,
da in einigen Bundesländern (z.B.
NRW) die Nachfrage nach einer Zeckenschutzimfpung
größer ist als die zur Verfügung
stehende Menge des Impfstoffes.
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